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Biomarker für psychische Störungen

Die Diagnostik der Mehrzahl psychiatrischer Erkrankungen basiert heute vorwiegend auf der klinischen Untersuchung. Wie in anderen Fächern der Medizin kann die Identifikation biologischer Marker einen objektiveren Zugang zur Diagnosestellung erreichen und die klinische Diagnose erhärten. Hierdurch ergibt sich für die Patienten und die sie behandelnden Ärzte eine zusätzliche Erhärtung und Sicherung der klinischen Diagnose. Biologische Marker können zudem ermöglichen, den Krankheitsverlauf und Behandlungserfolg objektivierbarer zu verfolgen und zu verdeutlichen.

Wir haben uns daher in eine enge Kooperation mit der Arbeitsgruppe von Frau Dr. Sabine Bahn vom Cambridge Center for Neuropsychiatric Research CCNR der University of Cambridge eingebracht, um erste Biomarkerprofile bei psychiatrischen Erkrankungen zu identifizieren. Dabei konnten wir zwei erste Biomarkerprofile in der cerebrospinalen Flüssigkeit (CSF) von Patienten nachweisen, die erstmals an einer schizophrenen Psychose erkrankt sind. Diese sind als aussichtsreiche Kandidaten für die Entwicklung allgemein zugänglicher diagnostischer Tests anzusehen.

An der Entwicklung und Validierung dieser Testverfahren, die derzeit noch sehr zeit- und kostenintensiv sind, können sich schon heute Patienten und ihre behandelnden Ärzte beteiligen. Sie können vor Beginn der antipsychotischen Behandlung im Rahmen der von der Fachgesellschaft DGPPN bei Erstmanifestationen der Erkrankungen empfohlenen Untersuchung von CSF und Serum geringe Mengen dieser Flüssigkeiten für spätere Untersuchungen tiefgefroren asservieren lassen und uns zur Verfügung stellen. Die entsprechenden Protokolle zur Handhabung der Untersuchungsmaterialien stellen wir gerne zur Verfügung und teilen den Betroffenen nach Durchführung der Untersuchung gerne das Ergebnis mit.

Da die Untersuchungsmaterialien bei sachgerechter Behandlung und Lagerung viele Monate bis Jahre haltbar und verwertbar sind, besteht auf diese Weise für die Patienten auch eine nachträgliche Möglichkeit zur objektiveren Absicherung der klinischen Diagnose. Da ein Einfluss der antipsychotischen Medikamente auf die Zuverlässigkeit der Ergebnisse wahrscheinlich ist, empfehlen wir die Nervenwasseruntersuchung vor Beginn der antipsychotischen Behandlung.

Förderung: Diese Untersuchung wird vom Stanley Medical Research Institute der Theodore and Vada Stanley Foundation, USA (Grant IDs 01-315 und 03-NV-003 an FML) und dem Köln Fortune Programm unterstützt.

Publikationen:
E. Holmes*, T. M. Tsang*, J. T.-J. Huang*, F. M. Leweke*, D. Koethe, C. W. Gerth, B. M. Nolden, S. Gross, D. Schreiber, S. Bahn: Metabolic profiling of CSF: evidence that early intervention may impact on disease progression and outcome in schizophrenia. PLoS Medicine (2006) 3(8), e327:1-9.


S. Bahn, F. M. Leweke, J. T.-J. Huang: Profiling of CSF: Author’s reply. PLoS Medicine (2006) 3(10): e468.

J. T.-J. Huang*, F. M. Leweke*, D. Oxley, L. Wang, N. Harris, D. Koethe, C. W. Gerth, B. M. Nolden, S. Gross, D. Schreiber, S. Bahn: Identification of diagnostic biomarkers for first-onset schizophrenia. PLoS Medicine (2006) 3(11): e428:1-14.

Arbeitsgruppe Translationale Psychoseforschung am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit